Fällt die Leerwohnungsquote 2026 unter die Ein-Prozent-Marke?
Die Schweizer Leerwohnungsquote lag 2025 genau bei 1,00 Prozent – so tief wie seit Jahren nicht mehr.
Kurz erklärt
Ob die Schweizer Leerwohnungsquote 2026 unter 1 Prozent fällt, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht offiziell bestätigt. Die Ausgangslage ist jedoch angespannt: 2025 lag die Quote bereits bei 1,00 Prozent. Ein weiterer leichter Rückgang würde ausreichen, um die Marke zu unterschreiten. Entscheidend sind Neubau, Nachfrage, Zuwanderung, regionale Leerstände und die Zahl tatsächlich verfügbarer Mietwohnungen.
Was ist die Leerwohnungsquote?
Die Leerwohnungsquote, auch Leerwohnungsziffer genannt, zeigt den Anteil leer stehender Wohnungen am gesamten Wohnungsbestand. Erfasst werden Wohnungen, die am Stichtag leer stehen und zur dauernden Miete oder zum Kauf angeboten werden.
In der Schweiz ist der Stichtag der Leerwohnungszählung jeweils der 1. Juni. Die Kennzahl ist wichtig, weil sie anzeigt, wie angespannt oder entspannt ein Wohnungsmarkt ist. Eine tiefe Quote bedeutet nicht automatisch, dass jede Region gleich knapp ist, zeigt aber einen deutlichen Nachfrageüberhang im Gesamtmarkt.
Aktuelle Datenlage: 2025 lag die Quote bei genau 1,00 Prozent
Die offiziell publizierte Leerwohnungsquote lag 2025 schweizweit bei 1,00 Prozent. Damit befand sich der Wohnungsleerstand bereits unmittelbar an der Ein-Prozent-Marke. Gleichzeitig sank die Zahl leer stehender Wohnungen erneut, was den angespannten Charakter des Mietmarkts unterstreicht.
Warum die Leerwohnungsquote 2026 unter 1 Prozent fallen könnte
Hohe Nachfrage
Bevölkerungswachstum, Haushaltsbildung und Zuzug in wirtschaftsstarke Regionen halten die Nachfrage nach Mietwohnungen hoch.
Zu wenig Neubau
Wohnbauprojekte benötigen Zeit. Bauland, Bewilligungen, Baukosten und Einsprachen bremsen das Angebot vielerorts.
Regionale Knappheit
In Städten, Agglomerationen und gut angebundenen Gemeinden ist der Leerstand oft deutlich tiefer als im Landesdurchschnitt.
Ein Wert unter 1 Prozent wäre vor allem dann wahrscheinlich, wenn die Nachfrage weiterhin schneller wächst als das verfügbare Angebot. Zwar gibt es Anzeichen für etwas mehr Wohnbautätigkeit, doch neue Wohnungen entlasten den Markt meist erst verzögert und nicht zwingend dort, wo der Druck am grössten ist.
Was spricht für oder gegen einen Rückgang unter 1 Prozent?
| Faktor | Spricht für unter 1% | Spricht gegen unter 1% |
|---|---|---|
| Ausgangsniveau | 2025 lag die Quote bereits bei 1,00 Prozent – ein kleiner Rückgang würde genügen | Bei genau 1,00 Prozent kann schon ein kleiner Angebotszuwachs die Quote stabilisieren |
| Nachfrage | Hohe Wohnraumnachfrage in Städten und Agglomerationen stützt den Rückgang | Eine schwächere Zuwanderung oder Konjunktur könnte den Druck etwas reduzieren |
| Neubau | Neue Wohnungen kommen oft verzögert und nicht immer in den knappsten Regionen | Mehr Fertigstellungen könnten den Leerstand leicht erhöhen oder stabilisieren |
| Regionen | Viele wirtschaftsstarke Regionen liegen bereits klar unter 1 Prozent | Einige ländliche Regionen oder touristische Märkte können höhere Leerstände aufweisen |
| Mietmarkt | Steigende Angebotsmieten zeigen anhaltenden Nachfrageüberhang | Wenn Mietpreisanstiege nachlassen, kann sich die Nachfrage etwas abschwächen |
Schritt-für-Schritt: So ordnen Sie die Leerwohnungsquote richtig ein
- Zwischen nationaler Quote und regionaler Situation unterscheiden.
- Auf den Stichtag achten: Die Leerwohnungszählung bezieht sich auf den 1. Juni.
- Nicht nur die Quote betrachten, sondern auch Anzahl Leerwohnungen und regionale Verteilung.
- Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser nicht vorschnell vermischen.
- Angebotsmieten und Insertionsdauer als zusätzliche Marktsignale beobachten.
- Neubautätigkeit und Fertigstellungen zeitlich verzögert einordnen.
- Für Wohnungssuchende Suchradius, Bewerbungsunterlagen und Reaktionsgeschwindigkeit optimieren.
- Für Vermieter und Investoren die lokale Nachfrage statt nur den Schweizer Durchschnitt analysieren.
Prüffragen: Was bedeutet eine tiefe Leerwohnungsquote konkret?
Die folgenden Fragen helfen, eine mögliche Quote unter 1 Prozent für Mieter, Vermieter und Investoren einzuordnen.
Prüffragen zur Leerwohnungsquote 2026
1. Wie hoch ist die Leerwohnungsquote in der konkreten Gemeinde?
2. Wie viele passende Mietwohnungen sind tatsächlich ausgeschrieben?
3. Wie schnell verschwinden Inserate wieder vom Markt?
4. Steigen Angebotsmieten in der Region weiter?
5. Gibt es neue Bauprojekte, die 2026 oder 2027 fertiggestellt werden?
6. Ist die Nachfrage durch Arbeitsplätze, ÖV, Schulen oder Zuzug besonders hoch?
7. Wie stark unterscheidet sich die lokale Lage vom Schweizer Durchschnitt?
8. Was bedeutet die Knappheit für Bewerbungsstrategie, Budget und Suchradius?
Konkrete Beispiele aus der Praxis
Beispiel 1: Wohnungssuche in einer Stadt
Eine Person sucht eine 3-Zimmer-Wohnung in einer grossen Schweizer Stadt. Obwohl die nationale Leerwohnungsquote bei rund 1 Prozent liegt, ist die lokale Auswahl deutlich knapper. Vollständige Unterlagen, Suchabos und schnelle Kontaktaufnahme werden entscheidend.
Beispiel 2: Vermieter in einer Agglomeration
Ein Vermieter besitzt eine Wohnung in einer gut angebundenen Agglomerationsgemeinde. Die tiefe Leerwohnungsquote zeigt hohe Nachfrage, doch die richtige Mietzinsfestlegung bleibt wichtig: Überhöhte Preise können trotz Knappheit die Vermarktungsdauer verlängern.
Checkliste: Bei tiefer Leerwohnungsquote richtig reagieren
Häufige Fragen zur Leerwohnungsquote 2026
Zusammenfassung
Die Leerwohnungsquote könnte 2026 tatsächlich unter die Ein-Prozent-Marke fallen, weil sie 2025 bereits genau bei 1,00 Prozent lag und der Schweizer Mietmarkt weiterhin angespannt ist. Sicher ist dies jedoch erst mit den offiziellen Zahlen. Für Wohnungssuchende bedeutet die Entwicklung: schnell reagieren, Unterlagen vorbereiten und regional flexibel bleiben. Für Vermieter und Investoren wird die lokale Marktlage wichtiger als der nationale Durchschnitt.